Neut / Hühnerkamp

Samstag, 03.11.2018, Arbeitseinsatz auf dem Neut

Der Neut und der Hühnerkamp

Der Neut ist eine Gemeindefläche, zwischen Innien und Bünzen gelegen, die durch einen Knick zweigeteilt ist. Richtung Süden liegt unsere "Heidenelkefläche", ein Sandmagerrasen, der schon seit 25 Jahren brach liegt und entsprechend ausgemagert ist. Hier wächst der größte Bestand an Heidenelke in Aukrug. Richtung Norden befindet sich die "fette Fläche", der Hühnerkamp, eine noch sehr nährstoffreiche 0,8 ha große, ehemalige Ackerfläche, die nach intensiver Nutzung vor Jahren aus der Bewirtschaftung genommen wurde.

Dem Aukruger Bund wurde schon 1990 die Pflege und Entwicklung des Neut zu einem Magerrasenstandort von der Gemeinde übertragen. In jährlich wiederkehrenden Arbeitseinsätzen werden insbesonders der Aufwuchs von Zitterpappel und Spätblühender Traubenkirsche aus den Flächen entfernt, damit der wertvolle Bestand u.a. der Heidenelke erhalten bleibt bzw. sich weiter ausdehnen kann. Weitere Maßnahmen sind die Knickpflege und seit den letzten Jahren auch die Entfernung des Farns und des Jakob-Greiskrauts, um eine flächendeckende Ausbreitung zu verhindern.

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Arbeiten auf dem Neuth

Die Heidenelke

Winter 2017/18

Nachdem im Spätherbst der Knick zwischen Neut und Hühnerkamp auf den  Stock gesetzt wurde, hat Fa. Pleikis  mit dem Bagger  die  Traubenkirschenstubben herausgezogen. Dann wurde von beiden Seiten auf  etwa 10m Breite 15cm Oberboden abgezogen und damit wieder ein  angemessener Knickwall aufgesetzt.

Das Besondere am Neut ist der nährstoffarme Boden, auf dem sich nur  sehr spezielle Pflanzen ansiedeln können. Diese Pflanzen, wie z.B. die  Heidenelke oder das Bergsandglöckchen können auf den meisten anderen  Flächen in Schleswig-Holstein schon lange nicht mehr leben, weil das  Nährstoffangebot aufgrund von aktiver Düngung oder durch die indirekte  Düngung aus der Luft oder über den Regen zu groß ist. Andere Pflanzen  verdrängen dann die Magerrasenvegetation. Dieser Prozess hat auch schon  auf dem Neut eingesetzt. Wir bieten dieser speziellen Vegetation mit dem Abziehen des nährstoffreichen Oberbodens wieder einen geeigneten  Lebensraum. Der neu aufgesetzte Knick ist somit ein positiver  Nebeneffekt des Bodenabziehens.

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In der Zwischenzeit wurde der Knick mit Heu gemulcht. Im nächsten  Schritt setzen wir einen Schutzzaun um den neuen Knick und abschließend  wird er mit heimischen Knickpflanzen bepflanzt.

Pflanzen auf dem Neut, Umwandeln des Traubenkirschenknick in heimische Gehölze.

Die Traubenkirschenknicks auf dem Neut beschäftigen uns nun schon  mehrere Jahre. Die Traubenkirsche ist durch Abschlagen des Stammes in  einem knappen Meter Höhe und anschließendem Reißen oder Hacken der  jungen Triebe so weit dezimiert, dass wir nun heimische Gehölze  nachpflanzen können. Unsere Hartnäckigkeit hat sich gelohnt, wir dürfen  nur nicht locker lassen. Die Bilder dokumentieren, dass da auch keine  Gefahr besteht.

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Baum- und Gehölzspenden

Im Herbst 2015 erreichte eine email die Imkerschule in Bad Segeberg:  Herr Alain Paul von der Firma Holz.ConZert GmbH aus Norderstedt bot  Imkern in Schleswig-Holstein Baumspenden an - und hier im besonderen  Obstbäume und Linden - zur Verbesserung der Bienenweide in Form von  Aufforstungen / Lückenschließungen mit Bienenweide-Gehölzen. Unbürokratisch  und umgehend erhielten wir auf unsere Anfrage nach 10 -12 Salweiden für  den Böker Stieg Wanderweg / Schilfgürtel am 29. Januar 2016 gleich 20  Salweiden inkl. Lieferung bis vor die Haustür. Die Weiden wurden dank  Rolf auch sofort gepflanzt. Die Salweide blüht im Jahr besonders früh  und gehört somit zu der ersten Bienennahrung nach der Winterruhe.  Darüber hinaus erhielten wir von Herrn Paul noch 125 weitere Sträucher und Winterlinden für die Nachpflanzung des Neut-Knicks. Auch diese Pflanzungen sind  inzwischen gemeinsam mit weiteren Anpflanzungen von Eichen und Haselnuss getätigt. Um den Wilddruck zu reduzieren, probieren wir hier den Schutz mit  kräftigen, gelochten Kunststoffröhren. Alternativ denken wir über einen Wildzaun nach.

Im Namen unserer Bienenwelt und des Aukruger Bund nochmals ganz herzlichen Dank an Herrn Paul für diese großzügige Spende.

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Projekt “Blütenmeer 2020” auf dem Hühnerkamp

Am 13.09.14 wurde auf Initiative der Stiftung Naturschutz SH und Dr. Björn Rickert auf vorsichtige und entsprechend mühsame Art unsere Heidenelke-Fläche auf dem Neut als Saat-Spenderfläche gemäht. Das Mähgut wurde aufgenommen und noch am gleichen Tag auf eine vorbereitete Fläche ebenfalls im Aukrug und in Brokstedt übertragen. Nach der Mahd machte dieser Teil des Neut kurzfristig einen Park ähnlichen Eindruck. Bis ins Jahr 2020 will die Stiftung Naturschutz in ihrem Projekt "BlütenMeer 2020" gezielt  extensiv bewirtschaftete Flächen durch Saatübertragung aufwerten.

Im August 2015 wurden Maßnahmen getroffen, auch den Hühnerkamp im Zuge des Projektes "Blütenmeer 2020" auszumagern. Hierzu wurde dieser Bereich zunächst gemäht und anschließend gefräst. Auf zwei Drittel der Fläche wurde der Oberboden abgeschoben und der Abtrag auf dem letzten Drittel verteilt, begradigt und gewalzt. Auf die Oberboden-Abtragfläche erfolgte im Anschluss eine Saatübertragung von unserer Heidenelkenfläche sowie von Saat aus der Nordoer Heide. Mit diesen Maßnahmen hoffen wir auf eine Ansiedlung der Heidenelke und anderer Magerstandort liebenden Blühpflanzen auch auf dem Hühnerkamp. Auf der Oberbodenfläche wurde Regiosaat ausgebracht. Dieser Teil soll künftig der Heugewinnung dienen und so auf natürliche Weise ausgemagert werden.

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Fräsen der Fläche

Abschieben des Oberbodens

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Mahd der Spenderfläche

Verteilen des Mahdgutes

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Die Ansaat der Spender-Erweiterungsfläche auf dem Hühnerkamp entwickelt sich prächtig. Die Ausmagerung durch Abzug des nährstoffreichen Oberbodens war erfolgreich. Hier haben nur Spezialisten für echte Magerstandorte eine Chance. Wir sind gespannt, wie die aufgebrachte Saat aus dem Mahdgut in diesem Frühjahr aufläuft.

Im zweiten Bild ist der Unterschied zu der Fläche mit dem Oberboden deutlich zu erkennen. Hier wurde aber auch noch mit einer Saat für extensives Grünland unterstützt. Aber die Wirkung der vorhandenen Nährstoffe ist deutlich zu erkennen.

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Am 14.10.2016 wurden von der Firma Rumpf aus Nortorf Hunderte gezogene Arnika-Pflänzchen auf Initiative der Stiftung Naturschutz auf die Magerfläche Hühnerkamp gesetzt. Die Saat stammt von unserer Arnika-Wiese.

Botanisieren auf dem Neut und Hühnerkamp

Am 04.08.12 fand eine gemeinsame Begehung der AG für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V. mit dem Aukruger Bund auf dem Neut statt. Dabei wurden von den Mitgliedern der Botanik AG die vorhandenen Wildpflanzen auf dem Neut gesichtet und bestimmt. Das Ergebnis dieser Besichtigung stellten sie uns dankenswerter Weise auf dieser Liste, die von Ute mit den deutschen Pflanzennamen ergänzt wurde, zur Verfügung. Neben der auf der Roten Liste stehenden Heidenelke fanden sich auch noch weitere seltene Pflanzen wie das Bergsandglöckchen oder das Knäuel.

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Heidenelke

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Knäuel